Blog#2 Unnötiger Luxus?

/, Vision/Blog#2 Unnötiger Luxus?

Blog#2 Unnötiger Luxus?

Unser Berufsbildungssystem ist (noch) Top, denn nicht viele andere Länder haben eine derart tiefe Jugendarbeitslosigkeit wie die Schweiz. Warum daran etwas ändern, und falls, was genau?

Rückblick: Die Berufsbildung kommt aus einer Zeit in dem es hauptsächlich drei Lebensabschnitte gab; Ausbildung (Schule/Lehre), Arbeiten und Sterben (Pension). Das System zeichnet sich hauptsächlich damit aus innert kürzester Zeit unproduktive Menschen (SchülerInnen) in Produktive ArbeiterInnen zu verwandeln. Einfache Tätigkeiten bildeten lange das Rückgrat der Wirtschaft und so konnten viele die «nur» einen Lehrabschluss hatten, ohne Probleme bis zur Pension durcharbeiten, oft wechselten sie kein einziges mal den Arbeitgeber.

Doch die Welt verändert sich, einerseits verschwinden immer mehr einfache Tätigkeiten aufgrund neuer Technologien, anderseits steigt der Gesellschaftlicher Anspruch und die Möglichkeiten aufgrund unseres Wohlstandes (Vollbeschäftigung) einen coolen Job zu haben, flexible zu sein und neues zu entdecken (Stichwort; Jobwechsel).

Ich persönlich habe in meiner Lehrzeit genug gelernt um anschliessend problemlos einen Job als Polymechaniker zu finden. Doch aufgrund des Technologischen Wandels weiss ich genau, dass mein KnowHow nur ein geringer Wert hat und ich kann es mir leisten mich zu fragen; möchte ich das mein ganzes Leben lang machen?

Entweder ich bliebe also auf dem Beruf, den ich ohne eine Ahnung davon zu haben als Kind gewählt habe, und bilde mich weiter um auf dem Arbeitsmarkt interessante Perspektiven zu haben. Oder ich entscheide mich für einen Berufswechsel, der vielleicht mehr meinen aktuellen Interessen entspricht und mir einfach gesagt mehr Freude bereitet. Ich stehe also vor gefühlten 1’000 Möglichkeiten in der Arbeitswelt richtig Fuss zu fassen und eine klare Antwort auf; «was will und kann ich?» habe ich eigentlich nicht.

Und wo genau sollte jetzt das Problem sein? Du hast ja ein Job! Weiterbildungsmöglichkeiten sind ja vorhanden! Auch ein Jobwechsel ist heute kein Problem! Korrekt, Après school ist ein Luxus und vielleicht sogar unnötig. Es gibt sicher auch andere Möglichkeiten das junge Menschen erfolgreich in der heuten Arbeitswelt Fuss fassen, ohne dass die Berufliche Grundbildung verändern werden muss.

Hätte ich in meiner Lehre jedoch die Möglichkeit gehabt meine Ausbildung mehr auf meine Bedürfnisse und Interesse abzustimmen, vielseitige Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden wo meine Fähigkeiten, Interessen, Stärken und auch Schwächen wären, würde ich heute an einem anderen Punkt im Leben stehen. Und genau hier ist das Potenzial; wir haben die Chance in Zukunft top Motivierte junge Talente zu fördern, mit einem Wissensdurst und klaren Zielen, anstatt Mitarbeiter auszubilden, die orientierungslos einfach ihren Job machen.

Im nächsten Blog-Posts möchte ich Dir zeigen wie Après school die Zukunft der Beruflichen Grundbildung am Entwickeln ist, um das volle Potenzial der «Lehre» zu nutzen.

By | 2019-10-28T09:27:34+00:00 October 4th, 2019|Blogs, Vision|0 Comments